5 Bücher, die mich zu einem besseren Geschichtenerzähler machen

Seit Tausenden von Jahren erzählen sich Menschen Geschichten, um zu unterhalten und Erfahrungen weiterzugeben. Autorinnen und Autoren haben dieses jahrtausendealte Storytelling-Wissen zusammengetragen und großartige Werke für alle Geschichtenerzählenden vorgelegt. Zum Welttag des Buches präsentiere ich Ihnen fünf Bücher, die mich als Geschichtenerzähler geprägt haben.

Für mich ist das Geschichtenerzählen keine innewohnende Kraft, sondern vielmehr ein Handwerk, das man erlernen kann – und auch soll, wenn man im Kreativbereich anno 2020 Erfolg haben will. Nun haben wir das Glück, dass wir im 21. Jahrhundert leben und bereits auf mehrere Tausend Jahre Storytelling-Erfahrung zurückblicken können. Höhlenmalereien, die im 19. Jahrhundert in einer spanischen Höhle entdeckt wurden, beweisen, dass Menschen schon vor rund 40.000 Jahren Geschichten aufzeichneten, um Wissen und Erfahrungen weiterzugeben. Dementsprechend viel Material steht uns heute zur Verfügung, um das Handwerk des Storytellings zu erlernen. Natürlich würde es zu lange dauern, alle großen Geschichten der Menschheit zu durchforsten und zu analysieren. Das ist aber auch gar nicht notwendig, denn Autorinnen und Autoren haben das bereits für uns erledigt und großartige Storytelling-Werke vorgelegt. Ich möchte diesen Artikel nutzen und Ihnen fünf Bücher vorstellen, die mir helfen, bessere Geschichten zu erzählen.

Der Heros in tausend Gestalten &

Die Odyssee der Drehbuchschreiber, Romanautoren und Dramatiker

Eines der mächtigsten Instrumente im Storytelling ist ohne Zweifel die Heldenreise. Der amerikanische Mythenforscher Joseph Campbell hat zahlreiche Geschichten aus aller Welt analysiert und dahinter ein immer gleiches bzw. ähnliches Muster entdeckt. Seine Heldenreise in „Der Heros in tausend Gestalten“ umfasst 17 Stationen, die – wie der Name schon sagt – den Weg des Helden mit all seinen Schwellen und Prüfungen nachzeichnen. Da dieses Modell wirkt, weil es auf gelernte Muster in den Köpfen der Menschen zurückgreift, nutzen es viele Kreative für Filme oder Romane. Christopher Vogler, unter anderem mitverantwortlich für die großartige Story von „König der Löwen“, hat Campbells Modell der Heldenreise in „Die Odyssee der Drehbuchschreiber, Romanautoren und Dramatiker“ angepasst und auf 12 Stationen verkürzt. Vogler liefert damit einen praxisnahen Leitfaden für Kreative sowie Kommunikatorinnen und Kommunikatoren, für die die Heldenreise ein effektives Werkzeug bei der Content-Erstellung sein kann.

Storytelling: Digital – Multimedial – Social

Das von Pia Kleine Wieskamp herausgegebene Buch vereint handfeste Storytelling-Tipps mit Beispielen aus der Kommunikationspraxis und wird so zu einem Must-read für Kommunikatorinnen und Kommunikatoren. Eine grundlegende Einführung sowie zahlreiche Case Studies von großen Unternehmen machen auch Storytelling-Neulinge relativ schnell mit der Macht der verschiedenen Storytelling-Methoden vertraut. Ein Standardwerk, das professionelle Geschichtenerzählende immer griffbereit haben sollten.

Tell me! Wie Sie mit Storytelling überzeugen

Thomas Pyczak schlägt mit seinem Buch in eine ähnliche Kerbe wie Pia Kleine Wieskamp. Allerdings kommt sein Storytelling-Ratgeber etwas lockerer daher und wirkt insgesamt selbst wie eine durchgängige und schlüssige Geschichte. Die drei Hauptbausteine des Buches nennt Pyczak „Connect“, „Copy“ und „Create“. In diesen Hauptkapiteln verwebt Pyczak gekonnt Beispiele aus altbekannten Geschichten mit modernen Beispielen aus Film, Fernsehen oder Literatur. „Tell me!“ zeigt außerdem, wie man gute Geschichten in Lebensläufen und Gesprächen für seinen persönlichen Erfolg nutzen kann.

Der Zauberberg

Während die oben genannten Bücher allesamt Ratgeber für Geschichtenerzählende sind, ist mein letzter Storytelling-Literaturfavorit selbst eine großartige Geschichte. Thomas Mann erzählt auf rund tausend Seiten die Geschichte des jungen Hans Castorp, der mehrere Jahre in einem Sanatorium in den Schweizer Alpen verbringt und dort eine faszinierende Wandlung durchmacht. Mann schafft es, in seinem Werk Themen wie Liebe, Tod, Krankheit, Politik und Philosophie zu vereinen. Für mich ist der Bildungsroman aus dem Jahr 1924 ein Meisterwerk des Geschichtenerzählens und eine fantastische Inspirationsquelle.

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