Sparen 2.0: Der Weltspartag anno 2017

Der Zahn der Zeit macht auch vor dem traditionellen Weltspartag nicht Halt. Knapp 90 Jahre nach seiner Einführung hat der Feiertag des Sparens einen Bedeutungswandel durchlebt. Im Fokus stehen andere Werte als noch zu seiner Blütezeit in den 60er und 70er Jahren. Wir haben uns gefragt, ob der Weltspartag anno 2017 überhaupt noch zeitgemäß ist.

Durch die rasante Globalisierung und die ersten Vorboten der damals noch utopisch anmutenden Digitalisierung verlor der Weltspartag in den 1980er und 90er Jahren zunehmend an Bedeutung. Dort, wo das Geld nicht knapp war, rückten mit Wertpapierdepots und Sparkonten andere Anlageformen in das Interesse der österreichischen Sparerinnen und Sparer. Das klassische Sparbuch erhielt ein altmodisches Image und der Weltspartag, der um 1970 noch Volksfestcharakter hatte, wurde zum netten Vormittagsevent für Kinder, die sich kleine Geschenke abholen konnten. Auch die Intention der Sparerinnen und Sparer änderte sich im Laufe der Jahrzehnte. Während in den 50er und 60er Jahren noch für ein Eigenheim gespart wurde, war in den darauffolgenden Jahrzehnten das Sparen für Konsumgüter vorrangig. Heute stehen das sogenannte „Bildungssparen“ und die Altersvorsorge im Fokus der Anlegerinnen und Anleger.

Garantiert näher am Menschen

Trotz dieser Veränderungen in der Sparmentalität hielt man in der Steiermärkischen Sparkasse am klassischen Weltspartagsgedanken fest und reservierte die letzten Oktobertage für das kollektive Sparen und Anlegen. Allerdings funktionieren diese Weltspartage nicht mehr nur nach dem klassischen Prinzip „der Kunde/die Kundin kommt und leert das Sparschwein“, sondern sind viel mehr zu „Tagen der offenen Tür“ geworden, an denen sich Kundinnen und Kunden über verschiedene Anlageformen informieren. Mit einem guten Glas Wein wird gern mit Beraterinnen und Beratern angestoßen, was sich positiv auf die Kunden-Berater-Beziehungen auswirkt. Bei diesem weltspartäglichen Filialbesuch wird idealerweise nicht nur ein Sparprodukt, sondern auch ein Erlebnis verkauft. Kundinnen und Kunden werden zwar darauf hingewiesen, dass Wohlstand mit der ersten Münze im Sparschwein oder dem ersten Euro am Sparbuch beginnt, können aber auch ganz ohne Zwang einen angenehmen Vormittag in der Filiale ihrer Wahl verbringen. Von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kann das erklärte Ziel der Steiermärkischen Sparkasse, näher am Menschen zu sein, an den jährlichen Weltspartagen noch intensiver gelebt werden.

Geschenke made in Austria

Neben dem Bedeutungswandel hin zu „Tagen der offenen Banktüren“ fand auch ein Wertewandel statt. In Zeiten von Online-Banking und digitalen Sparbüchern genügt es nicht, die Kundinnen und Kunden nur durch Ausrufen des klassischen Spargedankens in die Filialen zu bringen. Im Fokus stehen neue, zeitgemäße Werte wie „Nachhaltigkeit“ und „Regionalität“. Dieser Umstand spiegelt sich auch in der Auswahl der Weltspartagsgeschenke wider – eine Tradition, an der man seit Jahrzehnten festhält. „Made in China“ war gestern, wurde doch die Mehrheit der diesjährigen Geschenke in Österreich produziert. Kinder erhalten bei Besuch einer Filiale ein Kartenspiel von Piatnik oder Buntstifte „Made in Graz“. Erwachsene erwarten kulinarische Schmankerl aus der Steiermark wie etwa eine Dose Steirersalz oder ein Paket aus Apfelsaft, Polenta und Käferbohnen, sodass die Kundinnen und Kunden auch beim nächsten Mittagessen noch gern an den letzten Bankbesuch zurückdenken.

Anders als in den USA, wo der Weltspartag vom Gruselfest Halloween verdrängt wurde, hat er in den Köpfen der Österreicherinnen und Österreicher nach wie vor einen Fixplatz – wenn auch in anderer Form als früher.

Die Steiermärkische Sparkasse wird diesem neuen Spargedanken – man könnte auch sagen dem „Sparen 2.0“ – durch eine Fokussierung auf die Werte Online-Usability, Nachhaltigkeit und Regionalität gerecht und steht auch am Weltspartag 2017 an der Seite sparfreudiger Kundinnen und Kunden.

Diesen Text habe ich im Rahmen meiner Tätigkeit für die Steiermärkische Sparkasse verfasst. Er wurde im Online-Mitarbeitermagazin veröffentlicht.